Das Dorf

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Aufgrund der Lage Ollendorfs an der Via Regia, auf halben Weg zwischen Erfurt und Buttelstedt und im Kreuzungspunkt mit der in Nord-Süd-Richtung von Bad Frankenhausen nach Nürnberg verlaufenden Salzstraße, erhielt die am nordöstlichen Ortsrand gelegene Wasserburg Bedeutung als Standort des Beigeleites und das Dorf eine größere Zahl von Einrichtungen, die zur Bedienung des Fernverkehrs notwendig waren.

Leider gingen Katastrophen, Kriege und Feuersbrünste nicht immer spurlos an Ollendorf vorbei. Erwähnt sei die Zerstörung der Oberkirche im Dreißigjährigen Krieg durch die Schweden. 1756-1763 wurde Ollendorf im Siebenjährigen Krieg schwer gezeichnet. Die Preußen plünderten Ollendorf mehrmals je nach Verlauf der Front. Allein bei der ersten Plünderung entstand ein Schaden von 2000 bis 3500 Talern. Kriegszahlungen, Einquartierungen und Zwang zum Kriegsdienst waren den Ollendorfern auferlegt. Erst 30 Jahre nach Ende des Krieges hat Ollendorf die letzte Kriegsschuld abgezahlt. 1813 verwüstete Napoleons flüchtende französische Armee Ollendorf schwer. Die Truppen plünderten alles, was sie fanden: "Es ging zu wie bei der Zerstörung Jerusalems..." berichtete ein Chronist "...es blieb kein Dach, kein Gebälk selbst die Kirchenstühle nicht da, wo sie waren. Alles eßbare Getier wurde in die Lager geschleppt." Als Folge dieses Krieges raffte das Nervenfieber in den nächsten 1 1/2 Jahren 94 Ollendorfer dahin. Das waren 1/4 der Bevölkerung. Dazu kamen Mißernten, wie zum Beispiel 1817 bei den Winterfrüchten. Unumstritten sind auch die großen Opfer unter der Bevölkerung, die der Erste und Zweite Weltkrieg forderte. Nicht zu vergessen sind die großen Brände. Am 6. März 1680 kam es zum wohl verheerendsten Feuer in der Geschichte Ollendorfs. Es brannten 22 Wohnhäuser, 29 Scheunen und ein Viehstall. Am 29. November 1823 verwandelte ein erneutes Feuer am Hanfsack in der Nähe der Wassermühle drei Häuser in Schutt und Asche.

Als grundherrschaftlicher Eigentümer ist für das Mittelalter neben Fulda auch das Kloster Hersfeld nachgewiesen, das 1366 seine Rechte an Niederzimmern, Ollendorf, Ottstedt und den späteren Wüstungen Getorn, Nangisdorf und Gebelsborn an die Stadt Erfurt verkaufte. Daneben sind auch die Grafen von Gleichen und Erfurter Patrizier als Lehensträger der Landgrafen in Thüringen begütert gewesen. Administrativ gehörte Ollendorf seit dem 15. Jahrhundert zur Vogtei Niederzimmern, seit 1706 zum Amt Azmannsdorf und teilte mit diesem die Geschichte des östlichen Erfurter Landgebietes.

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